Homo Sociologicus

Ein Versuch zur Geschichte, Bedeutung und Kritik der Kategorie der sozialen Rolle

Autor: Dahrendorf, Ralf

Verlag: Westdeutscher Verlag, Köln & Opladen

 

Broschur, 92 Seiten (165x240/170g) leicht vergilbt

Der homo sociologicus (lat. = soziologischer Mensch) ist ein Akteursmodell der Soziologie, bei dem der Mensch als ein durch die Gesellschaft bedingtes Wesen gesehen wird, das sich Normen, Werten und Erwartungen beugen muss.
 Der homo sociologicus bezeichnet einen Menschen, dem in seinem alltäglichen Leben verschiedene soziale Rollen zukommen, mit welchen wiederum verschiedene Normen, Werte und damit gesellschaftliche Erwartungen verbunden sind, denen er sich beugen muss. Diese Rollen können in einem Inter- oder Intra-Rollenkonflikt stehen, wobei sich der homo sociologicus immer der Rolle fügen wird, bei der der Druck durch Normen, Werte und Erwartungen am stärksten ist. Dabei wird zwischen Muss-, Soll- und Kann-Erwartungen unterschieden. Da die Erwartungen von der Gesellschaft ausgehen und der Einzelne keinen Einfluss auf sie hat, kann er sich ihnen nicht entziehen. Dies kann sogar so weit gehen, dass das Individuum Normen internalisiert, und sich dadurch bei Nichteinhaltung selbst negativ beziehungsweise bei Einhaltung positiv sanktioniert (Beispiele hierfür sind das Empfinden von Scham und Stolz). Erwartungen, Normen und Werte gehen allerdings selten von der Gesamtgesellschaft, in der der homo sociologicus lebt, aus, sondern meist von kleineren Gruppen, die für die jeweilige Rolle von Relevanz sind. Jeder Mensch ist dadurch einer individuellen Mischung von Normen und Erwartungen unterworfen, die sein Handeln bestimmen. Die Theorie des homo sociologicus hat sich daher oft den Vorwurf gefallen lassen müssen, dem Menschen den freien Willen abzusprechen. (Vgl. Wikipedia)


Von diesem Buch ist 1 Exemplar erhältlich:

Homo Sociologicus Homo Sociologicus

Auflage: 1., 1964
Zustand: BB
Preis: 1.00 Eur